Zuschüsse

 

Auch für diese Form der Betreuung kann der Kunde bzw. ein Angehöriger einige Zuschüsse beziehen, die ich im Folgenden in einfachen Worten erklären möchte. Da es in der letzten Zeit viele Veränderungen gab, schließe ich jegliche Gewähr aus und kann keine Vollständigkeit garantieren.

 

Pflegegeld

Das Pflegegeld steht jedem zu, der eine Pflegestufe hat, unabhängig davon, wie und von wem er gepflegt wird. Sie wird in der Regel ausgezahlt, es sei denn man bezieht höhere Pflegesachleistungen als in der Höhe des Freibetrages. Dieses Geld kann man als Zuschuss zu einer 24-Stundenbetreuung einplanen!

Die Pflegestufen bzw Pflegegrade werden vom Medizinischen Dienst (MDK) zugeteilt, den man über seine Krankenkasse mit der Einschätzung oder Neubemessung beauftragen kann. Die Pflegestufen wurden in den letzten Jahren mehrfach angepasst und erhöht, so dass auch Demenzerkrankungen etc. berücksichtigt werden können.

Ich füge sowohl die Werte für 2016, als auch für 2017 ein:

Pflegegeld (z.B. Angehörige) 2016 2017 nach § 37 SGB XI Erhöhungen

Pflegesachleistungen

 

Des weiteren hat man entsprechend der Pflegestufen einen Anspruch auf Pflegesachleistungen. Diese bekommt man jedoch nie bar ausbezahlt, sondern es handelt sich quasi um einen Freibetrag, in dessen Höhe man Leistungen, wie z.B einen Pflegedienst, eine Tagesbetreuung, eine Heimunterbringung, in Anspruch nehmen kann. Dieser Zuschuss wird für eine stationäre Heimunterbringung gezahlt, nicht jedoch für eine 24- Stundenbetreuung. Man kann jedoch bei schwerer Erkrankten Personen innerhalb dieses Freibetrages einen Pflegedienst beauftragen, z.B. Das morgendliche Anziehen und Waschen, das wöchentliche Duschen, das Spritzen von Insulin oder Heparin, die Versorgung eines Katheters, einer Magensonde, von offenen Wunden, etc. zu übernehmen.

Die meisten Aufgaben wie Waschen, Anziehen, Transfer auf einen Toilettenstuhl, Windeln und Vorlagen wechseln, Duschen etc. können auch von unseren Betreuerinnen übernommen werden. Ob ein Pflegedienst zusätzlich engagiert wird, muss im Einzelfall entschieden werden. Innerhalb der Pflegesachleistungen wäre das zusätzliche Kommen eines Pflegedienstes für den Kunden kostenfrei, werden die Freibeträge nicht abgerufen, verfallen sie.

Pflegesachleistungen (Pflegedienst) 2016 2017 nach § 36 SGB XI Erhöhungen

Verhinderungspflege

 

Die Verhinderungspflege ist dafür gedacht, Angehörige zu entlasten, die in der Regel die Betreuung/Pflege einen Angehörigen übernehmen und durch Krankheit, Urlaub oder zu Erholung vorrübergehend einen Ersatz für ihre eigene pflegende Tätigkeit benötigen.

Der Jahresbetrag von 1612 Euro kann aufgestockt werden durch die Hälfte des Betrages, der einem für die Nutzung eine stationären Kurzzeitpflege zu stehen würde, vorausgesetzt, man nimmt diese nicht in Anspruch. So kann man für die Kurzzeitpflege dann insgesamt 2418 Euro jährlich einplanen, die weitestgehend beliebig aufteilbar sind, auch für stundenweise Entlastung.

Für das Modell der 24-Stunden-Betreuung ist dieses Geld eigentlich nicht nutzbar, wenn es sich um eine Dauerlösung handeln soll. Wenn die 24-Stunden-Betreuung aber nur für einen kürzeren Zeitraum genutzt wird, z.B. während einer Erkrankung oder eines Urlaubes der sonst pflegenden Angehörigen, kann man mit der Auszahlung der Verhinderungspflege wohl rechnen. Von viele Kunden habe ich gehört, dass sie es auch bei einer langfristigen 24-Stundenbetreuung jährlich beantragen und ausbezahlt bekommen.

 

 

Umbauzuschüsse

Für den „behindertengerechten „Umbau des Wohnumfeldes werden Zuschüsse von bis zu 4000 Euro pro Maßnahme gewährt. Diese können genutzt werden für den Umbau des Bades, einen Treppenlift, eine Rampe vor der Haustür, verbreiterung von Türen, etc

 

 

Hilfsmittel

Rollatoren, Rollstühle, Pflegebetten werden auf Rezept von der Krankenkasse bezahlt, es fallen für die Kunden nur die „Rezeptgebühren“ von bis zu 25 Euro an, maximal liegt die Eigenbeteiligung bei 60 Euro pro Quartal.

 

Pflegemittel

Für Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe  besteht ein Anspruch auf bis zu 40 Euro monatlich.

 

Steuerliche Absetzbarkeit (§33 EStG)

Kunden, die eine 24-Stunden-Betreuung selber finanzieren erhalten einen Steuerabzug von 20% der Kosten bis maximal 4000 Euro jährlich. Übernehmen die Angehörigen die Finanzierung, so liegt die Höhe der maximalen steuerlichen Entlastung bei 924 Euro.